Broschüre gegen Handbuch

Wer Lektüre für einen Abend braucht und relativ wenig über Social Media weiß, der ist gut beraten sich das Buch „Die Ich-Sender: Das Social Media-Prinzip – Twitter, Facebook & Communities erfolgreich einsetzen“ zuzulegen. Relativ schnell und mehr oder weniger originell werden hier die Basics rund um Facebook, Twitter, Blogs und Co. behandelt.

Etwas mühsam sind allerdings die ständigen Selbstlobtriaden des Autors, Selbstbewusstsein ist schön und gut, aber man kann es auch übertreiben die eigenen Fähigkeiten immer wieder in den Vordergrund zu spielen. Ich hege den Verdacht, dass der Verfasser – ein Inhaber einer Werbeagentur – weniger die Vermittlung von Wissen als Triebfeder hatte, sondern vielmehr die Selbstvermarktung durch eine umfangreichere Broschüre.

Wie gesagt, wer sich einlesen will findet hier ein nettes Büchlein, der Preis von 17,90 ist sicher zu hoch gegriffen, aber jedes Produkt hat seinen Markt.

Wer es billiger haben möchte, dem sei das Web 2.0 Handbuch von digitalks.at empfohlen, das ist gratis und bietet ebenfalls einen guten Überblick. Das “Who ist Who” der österreichischen Social Media Szene erklärt hier in klar verständlicher Sprache das Basiswissen für EinsteigerInnen, für mich mitunter das Beste was ich bisher im kurzen Umriss entdeckt habe.

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Social Media sind mächtig …

… na, nö. Das Facebook, Blogs, Twitter und so weiter mächtige Plattformen sind dürfte sich mittlerweile bis zum letzten Ewiggestrigen durchgesprochen haben. Zahlreiche Beispiele belegen mittlerweile sowohl positive Auswirkungen von Social Media und die destruktive Kraft die durch Webtools losgetreten werden können.

So hat es beispielsweise das Linzer Szenelokal „Gelbes Krokodil“ binnen weniger Tage auf knapp 1.800 Fans gebracht. Ein beachtlicher Wert, wenn man bedenkt, dass viele namhafte Firmen darum kämpfen nicht einmal ein Zehntel davon für sich zu gewinnen. In der Vielzahl an verfügbaren Beispielen habe ich jetzt je ein positives und ein negatives Beispiel herausgenommen, die meiner Meinung nach ziemlich gut zeigen worauf wir uns in den nächsten Jahren einstellen dürfen, wenn es um die Kommunikation mit Firmen geht und die zeigen wieviel Schlagkraft vom Web ausgeht.

Der IKEA Coup

Die Idee ist ebenso simpel wie genial. Ein neuer IKEA Store in Malmö wurde eröffnet, für den Shopmanager wurde ein Profil angelegt und über zwei Wochen verteilt zwölf Bilder von Showrooms gepostet. Wer sich selbst als erstes auf einem Möbel markierte durfte, das Möbel behalten. Der virale Effekt war schlichtweg überwältigend und die Kunden so zu Werbern für das Unternehmen.

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Das Kryptonite Debakel

Ein User findet einen Weg ein Fahrradschloss der Firma Kryptonite mit einem Kugelschreiber zu öffen und postet das in einem Forum. Kryptonite beschwichtigt und beharrt auf die Sicherheit seiner Schlösser. Darauf hin stellt ein User ein Video ins Internet auf dem zu sehen ist wie er das Schloss einfach knacken kann. Innerhalb von 10 Tagen verbreitete sich diese Nachricht rasant über Weblogs unter Millionen von Lesern. Zunächst nur im Internet, später sogar in der Fachpresse (New York Times). Letztendlich musste der Hersteller die Fahrradschlösser kostenlos umtauschen. Innerhalb von 10 Tagen wurden also durch einen User Kosten von 10 Mio. US-Dollar verursacht.

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Facebooks digitale Filzläuse

Nach der Quiz-Manie auf Facebook (ich erinnere mich an Perlen wie: Welcher Tequilla bist du?), tut sich nun ein neuer, nicht weniger nerviger, Trend auf Facebook auf. Mit Anwendungen wie Superpowers und Co. können „Freunde“ sinnlose Messages auf die Pinnwände ihrer Kontakte posten.

In den letzten Tagen war ich immer wieder damit konfrontiert, dass ich Benachrichtigungen darüber erhalte, dass mir jemand ein Bild eines dämlich dreinschauenden Kätzchens geschickt hat oder mir jemand ein Lächeln geschickt hat. So nett das auch gemeint sein mag, so wenig glaube ich daran, dass die betreffenden Personen diese Nachrichten auch ernst meinen. Was mich darauf bringt? Ich habe praktisch keinen Kontakt mit den Sendern und so ziemlich jeder Kontakt der betreffenden Filzläuse-Verursacher hat eine ähnliche Message auf dessen Pinnwand. Liebe Filzlauszüchter: wenn ihr wirklich nett sein wollt ruft einfach an (meine Handynummer ist auf facebook hinterlegt) oder schreibt eine Nachricht, das ist ehrlicher und nervt weniger!

Doch was tun wenn der Angriff der digitalen Filzläuse überhand nimmt? Die Radikalkur wäre natürlich, die „Freundschaft“ mit dem Versender zu beenden, doch wer will das schon? Schließlich sind die meisten von uns darum bemüht ein gut gepflegtes und breites Netzwerk aufzubauen. Zum Glück gibt es die Funktion des blockens die das weitere Veröffentlichen des ungezieferverursachten Contents unterbindet und so die eigene Pinnwand frei hält. Ein Weg den ich für mich als Standardumgang mit derartigen Postings definiert habe.

Nun ist es ja nichts Neues, dass der Großteil der Menschen nicht sonderlich vorsichtig mit Themen wie Datenschutz umgeht und im Internet Dinge verbreitet die dem Nachbarn nicht erzählt werden würden. Dieses Phänomen setzt sich hier offensichtlich fort. Oder würdest du fünfmal in zehn Minuten bei deinem Nachbarn anläuten um ihm ein doofes Katzenbild zu zeigen? Exklusiv ist es jedenfalls nicht: google.at liefert für die Wortkette „Katze lustig Bild“ nämlich 781.000 Suchergebnisse.

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Buchtipp: Der Twitterfaktor

In den letzten Wochen habe ich, nicht zuletzt berufsbedingt, einiges zum Thema Social Media gelesen. Manchmal gescheite Sachen, manchmal ziemlich viel Blödsinn. Ein echtes Highlight war jedoch das Buch “Der Twitter Faktor: Kommunikation auf den Punkt gebracht“. Stefan Berns und Dirk Henningsen haben es geschafft eine Bedienungsanleitung für Twitter zu schreiben und mich von einem User der einen Twitter-Account hat weil man ihn halt hat, zu einem User gemacht der Spaß am Microblogging hat.

Auch wenn man mit dem Wort “Standardwerk” vorsichtig umgehen muss, glaube ich, dass “Der Twitter Faktor” zu der Lektüre gehört, die man gelesen haben sollte. Das Werk hält sowohl Basiswissen für EinsteigerInnen bereit, schafft es aber auch routiniertere User mit neuem Wissen zu versorgen. Insbesondere der riesige Umfang an Zusatzdiensten rund um Twitter war mir vor diesem Buch nicht bewusst.

Es hat etwas zu heißen wenn ich ein Buch innerhalb eines Tages durchlese und das ist ein ernst gemeintes Kompliment an die Autoren. Besonders schön finde ich es, dass man insbesondere mit Stefan Berns aka @TwittCoach via Twitter besonders leicht in Kontakt kommt. Nichts ist schlimmer wie sogenannte Experten die dem Praxistest nicht standhalten.

All jenen die Twitter zwar spannend finden, aber die die Geschwindigkeit und die Masse an Information eher abschreckt als lockt, sei dieses Buch wärmstens ans Herz gelegt. Wer die Katze nicht im Sack kaufen will, natürlich gibt es auch einen passenden Blog.

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Wer ersetzt mir Block und Bleistift?

Das iPad und dessen Präsentation ist in aller Munde, allerdings kann das Tablet nicht ganz so viel wie ich eigentlich erwartet hätte. Im Hype um das iPhone XXL fehlt mir aber die ehrliche Alternative zu Block und Bleistift.

Konkret wünsche ich mir ein Gerät in dem ich handschriftliche Notizen erfassen kann, meine Termine, Kontakte, Dokumente gespeichert sind und eventuell noch das eine oder andere Video und meine Musik wiedergegeben wird. Wenn das Teil dann noch, völlig selbstverständlich, mobilen Internetzugang bietet, für Präsentationen einsetzbar ist und in etwas so viel Platz wie ein durchschnittliches Notizbuch benötigt hab ich wohl meinen Ersatz für meine Moleskine Notizbücher gefunden.

Tablet PC’s

Jetzt kann natürlich der Ruf nach den Tablett PCs kommen, völlig richtig, nur welcher Durschnittsuser kauft sich ein Tablet das mehr kostet als ein gut ausgestattetes Notebook um Notizen, Kontakte und Daten zu verwalten. Das iPad wird sicher den Grundstein legen was die Entwicklung solcher Devices angeht, aber auch die Vorschau auf Dinge die da kommen mögen stimmen mich derzeit noch nicht sonderlich fröhlich. Denn auch die HP Variante, basierend auf Windows 7 lässt zumindest in der Vorschau nichts von der Möglichkeit von handschriftlichen Notizen erahnen.

Warum sind mir Notizen mit dem Stift so wichtig?

Ganz einfach: in Besprechungen notiere ich oft Dinge die mir im ersten Moment als gar nicht so wichtig erscheinen oder verbinde Textstellen über Pfeile, Sternchen oder was auch immer miteinander. Mit einer Tastatur fehlt mir diese Freiheit und beim Notieren in einem Text-Dokument bin ich auf Vorgaben beschränkt und mit der Maus zeichnen ist ein Graus. . Und seien wir uns ehrlich, es liegt im Wesen von Touchdevices, dass man nicht mehr auf festgelegte Zeilen festgenagelt ist.

Der Stift-Einfahrer

Da ich ja gerne neue Dinge ausprobiere, habe ich natürlich auch Geräte ausprobiert die Notizen auf den Computer übertragen, für Rund € 70,– erhält man dann einen Stift mit Empfänger der an das Blatt geheftet wird und die Daten später per USB auf den Rechner überträgt. Problem: Wenn der Empfänger verrutscht sind die digitalen Notizen ebenfalls verrückt und dann kann ich gleich die ganze Seite mittels Kopierer einscannen. Zumindest für mich im täglichen Einsatz kaum brauchbar.

Auch wenn jetzt ich jetzt Gefahr laufe mir einen Ruf als Windows Werbeträger einzuhandeln und die „pfui-gack“ Kritiker auf den Plan rufe. Diese Studie über ein mögliches Produkt gefällt mir dann doch schon ganz gut und würde in etwa das erfüllen was ich mir zum Geburtstag wünschen würde.

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Poken: Hype vorbei, bevor er anfängt?

Ich besitze jetzt seit einiger Zeit einen Poken. Der grüne Alien-Schlüsselanhänger hat sich mittlerweile etwas abgenutzt und hat bisher relativ wenig zum Austausch von Kontaktdaten beigetragen. Als wir damals für subtext.at die Dinger testen durften war ich noch davon überzeugt, dass Poken schwer einschlagen wird. Nicht ganz ein halbes Jahr später bin ich davon nicht mehr so ganz überzeugt.

poken
Alle Personen deren Kontaktdaten ich über den Schlüsselanhänger bekommen habe, kannte ich schon vorher und auch die Profile bei Xing, Facebook und Co. hatte ich schon längst gespeichert. Zu Beginn waren wir noch relativ motiviert die Menschen in unserer Umgebung auf die Teile aufmerksam zu machen, die Motivation flachte mit der Zeit aber immer mehr ab. Daran konnte auch das Punktesystem für die ständige Nutzung der elektronischen Visitenkarte, auf poken.com nichts ändern, die Vorteile waren mir nie ganz klar – da sie eigentlich darauf abzielten mit den Poken zu handeln und das war etwas, was mich als User, nicht wirklich interessiert.

Auch als der Poken-Pulse, das Businessmodell mit zusätzlicher USB-Speicherfunktion, auf den Markt kam habe zumindest ich persönlich nichts davon bemerkt, dass es zu einem neuen Schub kam, was die Verbreitung angeht. Ich halte den Poken nach wie vor für ein nettes Social Media Spielzeug, aber wenn es nur verschwindend wenige Leute gibt die es nutzen bringt’s relativ wenig.

Der Umstand, dass Poken offenkundig nicht funktioniert, hat meiner Meinung nach mehrere Gründe:

Das Handy

Sobald ich ein Handy besitze hab ich meine Kontakte dort, in meinem Fall dreifach synchronisiert über Notebook, Standrechner und Gmail, da ist ein Mehrwert von Poken nur schwer zu generieren.

Die Visitenkarte

Die klassische Visitenkarte tauscht sich schöner aus, ich kann mir nur schwer vorstellen, dass sich gelackte Geschäftsleute schrill leuchtende Schlüsselanhänger entgegen halten um in Kontakt zu bleiben. Da hat die geprägte Visitenkarte deutlich mehr Understatement.

QR-Codes & Co.

Es gibt jede Menge schnellere Möglichkeiten Kontaktdaten zu erfassen. QR Codes werden hoffentlich auch in unseren Breiten bald ihren Siegeszug antreten, sobald das geschehen ist reicht ein Foto eines solchen Codes und ich habe alle relevanten Daten gespeichert. Auf der anderen Seite kann ich mir vom Smartphone auch die Visitenkarte mittels OCR erfassen lassen und speichern, und was spricht eigentlich gegen den guten alten Zettel und Stift, oder die Freundschaftsanfrage via Facebook?

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