Facebook ist ganz dick da. Das ist unbestritten. Mit der Einführung von iFrames sind die Gestaltungsspielräume dessen was man auf Facebook so alles anzeigen kann noch größer geworden. Es ist möglich (war es teilweise auch vorher schon) ganze Websites auf Facebook zu betreiben. Damit kommt auch wieder ein Thema hoch, dass schon einmal da war: Brauche ich meine Website dann eigentlich noch? Macht ein Umzug auf Facebook Sinn?

FHM ist schuld

Das Männermagazin FHM hat es schon 2010 vorgemacht: FHM hat die eigene Website aufgegeben und ich auf Facebook “übersiedelt”. Ein vielbeachteter Schritt, wenngleich auch mit Risiken verbunden. Denn was ist wenn Facebook plötzlich anfängt Gebühren einzuheben, Änderungen an der Plattform durchführt die ein vernünftiges Betreiben einer Präsenz nicht möglich macht, oder (was derzeit unwahrscheinlich ist) plötzlich verschwindet. Das Facebooks Firmenpolitik nicht durchschaubar ist, haben viele (aktionistische) Änderungen in der Vergangenheit gezeigt. Es ist also auch nicht gesagt, dass die iFrame-Unterstützung für alle Ewigkeiten bestehen bleibt.

Die Tools gibt es bereits

Ich bin mir sicher, dass nun einige klassische Präsenzen verschwinden werden und gegen (mehr oder weniger) professionelle Facebook-Auftritte ersetzt werden. Die entsprechenden Tools gibt es ja bereits: WordPress-Plugins die Tabs einfach warten lassen, oder Facebook-Anwendungen die dem User einiges an Arbeit abnehmen die früher Programmierern vorbehalten blieb.

Eigene Website durch Social Media aufwerten

Ich verfolge allerdings, trotz hoher Affinität zu sozialen Netzwerken, noch immer einen konservativen Zugang. Die eigene Website muss das Herzstück jeder Onlinekommunikation sein. Sie ist Dreh- und Angelpunkt und muss autark von allen verfügbaren Web-Services funktonieren, denn deren Überleben ist nicht immer gesichert (siehe Delicious). Dieses Herzstück kann/muss dann um zusätzlichen Mehrwert den Plattformen wie Facebook, Twitter, Flickr, Youtube, Picasa, Scribd, Slideshare, …. bieten einfach und effizient aufgerüstet werden.

Es bleibt zu hoffen, dass im Hype bei den Verantwortlichen so viel Realtitätssinn vorhanden bleibt, dass es ein Web außerhalb von Facebook gibt.

 

Was sind iFrames?

Die Einfachste Beschreibung ist wahrscheinlich: “iFrames sind Fenster zu (Teilen von) anderen Websites.”. Das wahrscheinlich bekannteste Einsatzgebiet ist die Verwendung durch Youtube oder Vimeo, hier kann man Video die eigentlich auf einer fremden Website liegen in den eigenen Blog, die eigene Website einbinden. Mit der gleichen Technik ist es auch möglich ganze Websites die außerhalb von Facebook liegen, auf Facebook anzeigen zu lassen.