Ein Thema das mir in den letzten Wochen immer häufiger unter kommt ist das Zusammenspiel von TV und Social Media Plattformen. Eigentlich ist der Schritt ja auch logisch, denn wer kennt die Gespräche über das Fernsehprogramm des Vorabends nicht. Jetzt gehts halt schneller und mit der Onlinecommunity. Was auch bedeutet, dass wir uns über zwei neue Buzz-Begriffe freuen dürfen “Social TV” und “second screen“.

Mittlerweile kann ich meine Uhr danach stellen – mit der allsonntäglichen Signation von “Tatort” beginnt mein Twitter-Stream durchzudrehen. Jede Handlung, jede Wendung, jeder Schicksalsschlag wird dokumentiert und kommentiert und es nervt mich, aber nur weil ich kein Tatort Fan bin. Denn auch auf meiner Couch-Lehne befindet sich entweder iPad oder Notebook, und da kann es auch passieren, dass ich mich via Facebook oder Twitter über ein aktuell laufendes Fußballspiel “austausche”. Die ständige Anbindung ans Internet hält also auch Einzug in unsere Wohnzimmer. Eine nicht mehr ganz taufrische Yahoo-Studie aus dem Jänner 2011 belegt dies auch mit eindrucksvollen Zahlen, demnach nutzen 86% der mobilen Internet-User ihr Device parallel zum TV-Konsum. Stehen wir damit an der Schwelle zu wirklich interaktivem TV-Programm?

 

Erste Formate spielen mit dem Social Web

Es dürfte zwar noch eine Zeit lang dauern, bis wirkliche Interaktivität möglich wird. Allerdings sehen wir auch in unseren Breiten die ersten zarten Pflänzchen trieben. Diskussionssendungen wie Am Punkt setzen ganz bewusst auf Tweets und Facebook-Posts von Usern, was sicher auch Strategie zur Bindung von Sehern ist. Allerdings lässt sich vor allem am Beispiel von “Tatort” gut nachvollziehen, wie eine Community auszucken kann, wenns es sich um ein gut etabliertes TV-Format handelt das den eigenen Kultfaktor durch die Community zusätzlich ein wenig entstauben kann. Einen recht netten Einstieg in das Thema “second screen” habe im im ZDF Morgenmagazin entdeckt.

 

Fraglich ist wie lange es noch dauert bis die inflationäre Nutzung bei den TV-Stationen einsetzt, die Interaktionsmöglichkeiten für die TV-Stationen sind ja längst vorhanden. Egal ob Twitter, Facebook-Statusmeldungen, Hangouts die Ressourcen sind vorhanden und verlangen nur noch nach griffigen Konzepten, die die Masse auch gerne annimmt. Das Wettrüsten geht definitiv schon los, so liest man beim nicht ganz unbekannten Matias Roskos, dass er seine Selbstständigkeit aufgegeben hat und nun im Dienste der PRO7 Sendung Galileo die Umsetzung von Social TV-Formaten in die Hand nimmt.

Die Apps

Selbstverständlich sind auch die entsprechenden Apps schon längst verfügbar. Couchfunk scheint der Dienst zu sein, der sich im deutschsprachigen Raum etabliert hat. Das Prinzip ist ebenso einfach, App holen, rausschreien was man gerade ansieht und sich mit anderen darüber austauschen.

Wenn Couchfunk selbst beschreibt was sie tun liest sich das so:

Lass Dich von einem neuen Fernseherlebnis begeistern. Stürz Dich in witzige oder ernsthafte Unterhaltungen zu jeder Sendung, triff je nach Programm immer wieder neue Leute und hol Dir Deine Freunde per Check-in ins Wohnzimmer.

  • Verfolge spannende Gespräche über das aktuelle TV-Programm.
  • Knüpfe neue Bekanntschaften über Deine Lieblingssendungen.
  • Teile Kommentare mit Deinen Twitter- und Facebook-Freunden.

Die Geräte

Die Gerüchte um den Apple Fernseher halten sich jetzt seit Monaten hartnäckig in den einschlägigen Blogs, wann und ob da etwas kommt ist fraglich. Angesichts der Wachstumszahlen und des Potential des Themas würde es mich allerdings überraschen, wenn da nix kommen würde. Was gehen könnte zeigt LG mit seinem Google TV Gerät.

 

Das Thema ist derart im Galopp, dass ich mir für die nächst Zeit vorgenommen habe, hier ein bisschen tiefer einzutauchen. Ich gehe davon aus, dass auch das eine oder andere dazu seinen Weg in einen Blogpost finden wird. Für die, die das Thema jetzt auch angezündet hat – hier noch ein paar weiterführende Links:

Foto: GeraldS – cc-by-nc 2.0