Wenn der Hoster anklopft weil der eigene Blog ziemliche Last am Server verursacht, ist das ziemlich ungut wen man wie ich keine nennenswerten Coding-Kenntnisse hat. Trotzdem habe ich in einem halben Tag Arbeit meinen kleinen Online Marketing Blog einen deutlichen Schub verpasst. Ein paar Plugins ausgemistet, andere installiert und jetzt flutscht es.

Zurück zum Anfang. Nachdem ich ständig Notifications von meinem Monitoring Tool bekommen habe, hab ich mal beim meinem Hoster nachgefragt, ob die Probleme mit dem Server hätten. Die Antwort war blöderweise: “Ja haben wir und zwar mit deiner Installation von TheAngryTeddy.com. Du verursachst deutliche Last, wir legen dich jetzt auf einen eigenen Server, du hast sieben Tage Zeit das Problem zu lösen.” Panik! Also mal Google anschmeißen. Hier mein Weg wie ich die Performance nicht nur in den Griff bekommen habe, sondern den Blog in der Desktopvariante von Pagespeed 29 auf 89, und von 27 auf 77 in der mobilen Variante bei Google Pagespeed Insights gebracht habe.

WordPress Plugins: Ressourcenfresser finden

Schritt eins war relativ einfach. Alle Plugins abdrehen und eines nach dem anderen wieder einschalten (bei mir übrigens ein guter Zeitpunkt nicht mehr gebrauchte Plugins gänzlich zu deinstallieren). Glücklicherweise schlug der die Serverauslastung sofort an, als ich den Übeltäter gefunden hatte. In meinem Fall war es Bloom von Elegant Themes, ein Plugin das Newsletteranmeldungen via Popup und Einblendungen treiben soll.

Cron Jobs deaktiveren

Meine Google-Reise hat mich zur Erkenntnis gebracht, dass wp-cron.php ein Ressourcenfresser sein kann. Daher habe ich die Ausführung jetzt in der wp-config.php ausgeschaltet und über meinen Hoster, einen echten Cron-Job der alle 2 Stunden läuft eingerichtet. Hier ein paar weiterführende Infos.

Performance verbessern

Nachdem der Server mittlerweile nicht mehr ausgelastet war, ging es daran die Performance zu verbessern. Für jemanden mit meinen bescheidenen Kenntnissen im Code, muss also ein Plugin her. Nach einiger Recherche und Ausprobieren war WP Performance Score Booster das Mittel der Wahl. Ohne großem Aufwand kümmert sich das Plugin um eine GZIP Kompression, entfernt Query Strings aus CSS & JS Dateien und hilft beim Browser Caching mit.

Außerdem habe ich Autoptimize an Board geholt, das den generierten HTML-Code minimiert. Bis dato beißt sich das Plugin nicht mit dem Performance Score Booster. Das Schönste für mich: die Einrichtung ist ein Kinderspiel, ein paar Haken setzen und gut ist es.

Um auf Nummer sicher zu gehen, ging auch Crazy Lazy bei TheAngryTeddy.com an Board. Das Plugin, lädt Bilder erst, wenn sie in den sichtbaren Bereich im Browser kommen. Das spart Zeit beim Laden der Seite.

Damit war grundsätzlich schon mal eine Verbesserung zu sehen, allerdings blieben noch zwei große Baustellen. Die Antwortzeit des Servers stieß Google sauer auf, außerdem blieb die Großbaustelle Bildgrößen und Komprimierung. Ein Thema um das ich mich ehrlicherweise nie sonderlich geschert habe.

Website Cache Plugin

Ich hatte auch in der Vergangenheit mit Hyper Cache ein solches Plugin im Einsatz. Nachdem ich aber ein bisschen herumprobiert hatte, brachte WP Fastest Cache bei mir die größte Verbesserung im Google Tool und wurde damit zum ständigen Begleiter. Neben der Tatsache, dass das Plugin das tut was es ankündigt, nämlich cachen, wird auch hier nochmal der Code der Seite minimiert, dass sich das mit den beiden anderen Plugins nicht beißt wundert mich offen gestanden selbst. Aber hey: never change a running system.

Bilder optimieren

Der größte und vermeintlich aufwändigste Punkt stand am Programm: Bilder komprimieren, hier meckert Google am heftigsten. Nachdem ich 622 Bilder in der Mediathek habe, stand die manuelle Bearbeitung nicht wirklich zur Wahl. WP Smush in der kostenlosen Version entsprach schon ganz gut dem was ich in Zukunft brauchen werde, angesichts von über 100 Bildern die aufgrund ihrer Größe erst in der Bezahlversion optimiert werden konnten, war mir die Zeitersparnis $ 19,- für eine einmonatige Premium-Mitgliedschaft wert. Das Ganze brachte eine wirklich satte Verbesserung. WP Smush Pro komprimiert alle Bilder in der Mediathek verlustfrei entweder alles auf einmal, auf Wunsch auch nur ausgewählte Bilder. Neue Bilder werden direkt beim Upload optimiert. Für mich perfekt. Nachdem die Premium-Mitgliedschaft ausgelaufen ist, reicht mir auch die Basisversion, hier können maximal 50 Bilder auf einmal optimiert werden und die maximale Bildgröße beträgt 1Mb. Verschmerzbar, wenn ich in Zukunft mehr aufpasse.

Mit dem Ergebnis der ganzen Aktion bin ich recht zufrieden. Die Desktop-Variante ist mit 89/100 Punkten im Speedtest sogar in den grünen Bereich gerutscht, für die mobile Variante gibts nur 77/100 weil Google da gern noch ein paar Optimierungen hinsichtlich CSS sehen mag. Mal schauen wer mir dabei helfen wird.