Ende November ging V1.0 des Multichannel Stores von Unimarkt in Wels an den Start. Der Store in der Welser Innenstadt setzt voll auf Convenience und schafft erste zarte Verknüpfungen zwischen On- und Offline. Final ist allerdings noch gar nichts, wir befinden uns am Beginn. Der ist aber meinem subjektiven Empfinden nach gar nicht so schlecht geworden.

Es ist nicht zuletzt das gute Gefühl etwas Neues begleitet zu haben, das mich etwas wehmütig werden lässt, wenn ich an meinen bevorstehenden Abgang bei Unimarkt denke. Die neue Filiale in Wels Ringstraße ist so etwas Neues. Hier wurden die Rahmenbedingungen für ein echtes Multichannel-Konzept im Lebensmittelhandel geschaffen.

Grundlage: das Angebot

Kundennutzen schafft der Store darüber, dass im Eingangsbereich ein Café, samt Möglichkeit für einen kleinen Lunch geschaffen wurde. Hier sind auch Tablets an einem Stehpult installiert, die den Kunden zum surfen im Shop einladen und damit einen Einstieg in die digitale Unimarkt Welt darstellen. Ein Bestellterminal dient als Blickfang und interaktives Element um die Onlinekompetenz von Unimarkt zu unterstreichen. Hier geht es vor allem darum, auf Wunsch unter Begleitung durch das Filialteam, einen Einstieg in die Online-Services zu finden. Freilich wird das Terminal nicht #1 Quelle für Shop-Conversions sein, aber für viele offline-Kunden ein erster Touchpoint. Die recht einfach gestaltete Oberfläche kommt auch weniger webaffinen Kunden entgegen. Außerdem wurden Zahlungsmöglichkeiten wie Kreditkartenzahlung, Soforüberweisung oder PayPal an dieser Stelle auch ausgeklammert, kein Mensch gibt unter Publikumsbeteiligung derart sensible Daten ein. Mit Kauf auf Rechnung bzw. mittels Zahlung von an der Kassa erhältlichen Onlinegutscheinen, gibt es dennoch kundenfreundliche Wege der Zahlung. Inwiefern der integrierte Bondrucker bzw. die verbaute NFC-Einheit diesbezüglich in einer V2.0 des Stores zum Einsatz kommen könnten, überlasse ich eurer Phantasie.

Eine Schauküche mit regelmäßigen Veranstaltungen unter Begleitung von Profiköchen, hilft der Interaktion zusätzlich, zumal hier auch authentische Inhalte hinsichtlich Online Kommunikation entstehen können.

offline profitieren durch Multichannel

Der Welser Multichannel Store ist kleiner als eine durchschnittliche Unimarkt Filiale. Das schlägt sich natürlich im verfügbaren Sortiment nieder. Mittels Multichannel-Ansatz ist es also möglich online auf zusätzliches Sortitment zuzugreifen und später direkt in der Filiale abzuholen. Eine vermeintliche Schwäche des Stores wird damit durch die geographisch naheliegende Online-Kommissionierung, die auf ein deutlich größeres Sortiment zugreifen kann, ausgeglichen. Eine Win-Win Situation für beide Konzepte. Derzeit stehen dafür vier Abholfenster von Montag bis Freitag und zwei Abholfenster am Samstag zur Verfügung. Die benötigte Vorlaufzeit beträgt derzeit noch 90 Minuten (V2.0 wird hier wohl nachbessern). Wer sich den Weg in die Filiale sparen möchte, lässt sich bewährterweise seine Bestellungen liefern, oder greift ab dem Frühjahr auf die Abholstation vor der Filiale zu. Ein Nutzungsszenario gefällig: Mittag beim Lunch bestelle ich meinen Einkauf für den Abend, und hole selbigen nach Büroschluss am Weg zum Auto direkt in der Filiale, fertig gepackt ab.

Tablets im Café

Im Cafébereich der Filiale finden sich Tablets, die zum Surfen anregen sollen. Hinsichtlich V2.0 wird hier der meiste Handlungsbedarf bestehen, zwar ist es schön Kunden Infrastruktur bereitzustellen, einen Sales Funnel unterstützen sie in der derzeitigen Form nur am Rande. Hier hilft schon eher das Free-WIFI, das einerseits Aufschluss via Heatmaps gibt, andererseits via Redirect Endgeräte auf den Online Shop leitet und damit sowohl einen Zugang zur App darstellt, als auch den Online-Shop auf die Bildschirme der Kundengeräte bringt. Auch hinsichtlich Retargeting keine uninteressante Sache.

Abschließend ein großes Dankeschön an syreta.com für die großartige Unterstützung in den technischen Belangen.

Fotos: (c) Unimarkt