Es ist offensichtlich wieder Saison, in meinem Stream tauchen immer öfter Widersprüche gegen Facebook-Richtlinien auf, auch von Leuten denen ich eigentlich zutrauen würde nicht auf derlei Hoaxes reinzufallen. Ein paar Praxishinweise was man auch Facebook tun kann um die eigenen Inhalte zu “schützen”.

Konkret macht gerade dieser Text die Runde.

Auch ich geh dann mal auf Nummer Sicher und erkläre
hiermit folgendes: heute 2. März 2016, in Reaktion auf die neuen Facebook Richtlinien. Gemäß den Artikeln l. 111, 112 und 113 des Strafgesetzbuchs, geistiges Eigentum, erkläre ich, dass meine Rechte an allen meinen persönlichen Daten, Zeichnungen, Bilder, Texte etc… nur bei mir liegen. Veröffentlicht auf meinem Profil ab dem Tag, an dem ich mein Konto erstellt habe. Die kommerzielle Nutzung erfordert vorher meine schriftliche Genehmigung !
Jeder kann diesen Text kopieren und einfügen in seiner persönlichen Facebook-Seite. Damit bist du unter dem Urheberrecht. Mit diesem Post lässt du Facebook wissen, dass das veröffentlichen, vervielfältigen, verbreiten, senden, oder auf irgendeine andere Weise Content aus deinem Profil streng verboten ist. Die oben genannten Artikel sind auch für Arbeitnehmer, Studenten, Agenten und / oder — anderes Personal im Dienst von Facebook.
Der Inhalt von meinem Profil enthält private Informationen. Die Verletzung von meinem Privatleben wird bestraft unter Berücksichtigung des Gesetzes (UCC 1-308 1-308 1-103 und dem Statut von Rom).
Alle Mitglieder sind eingeladen, einen ähnlichen Beitrag zu setzen, oder wenn du willst, kannst du diese Nachricht kopieren und einfügen. Wenn du diese Erklärung nicht mindestens einmal veröffentlichst, wirst du stillschweigend zulassen, dass deine Fotos, sowie die Informationen in deinemProfil verwendet werden dürfen. (nicht teilen. Du musst kopieren und einfügen)

Ich bin kein Jurist, aber es sollte wohl jedem User klar sein, dass das bloße posten keinerlei Auswirkungen auf die Nutzungsbedingungen von Facebook haben kann. Jeder User hat bei der Anmeldung die AGB von Facebook angenommen. Die aktuell letze Version datiert auf den 30.01.2015 und findet sich unter https://www.facebook.com/terms.php. Ich wünsche bei der Gelegenheit gleich mal schönes Lesevergnügen, denn die Bedingungen unterteilen sich in zahlreiche weitere Bedingungen und Plattform-Richtlinien. Spätestens jetzt sollte klar sein, dass ein lapidares Posting da wohl nicht der richtige Weg für Widerspruch ist. So hart es ist, Bedingungen akzeptieren oder nicht auf Facebook aktiv sein. Easy as that.

Ein paar Einstellungsmöglichkeiten

Was ich nicht ganz verstehe, die Leute die mit dem Text oben widersprechen verbieten die kommerzielle Nutzung ihrer Texte, Bilder, Videos etc. – Inhalte die Facebook ohnehin (zumindest nicht unmittelbar) verwertet. Facebooks Geschäftsmodell sind die Userdaten die zu Werbezwecken ausgewertet werden und Werbetreibenden über die verschiedenen Werbemöglichkeiten zur Verfügung gestellt werden.

Was die Verknüpfung der hinterlassenen Daten mit Werbeanzeigen angeht, gibt es in den Privatsphäre-Einstellungen jedes Profils die Möglichkeit unter dem Menüpunkt “Werbeanzeigen”  sich entweder von der gerätebasierten Auswertung abzumelden (also die Auswertung zu unterbinden, die möglich wird, da viele Websites Facebook-Elemente eingebunden haben), den eigenen Namen als vertrauensbildendes Element neben Werbeanzeigen (nicht) anzeigen zu lassen, und auszuwählen für welche Werbeanzeigen man sich interessiert, bzw. von Facebook zugewiesene Interessen zu korrigieren. Die Erläuterungen auf der Seite sind meiner Meinung nach ausreichend und erklären gut, was man da einstellt.

 

Eine gesunde Skepsis gegenüber Facebook ist sicher angebracht. Aber ein Posting juckt die Plattform genau nicht, und zeigt vielmehr auf, dass noch massiver Aufklärungsbedarf bei den Usern herrscht.