Kleiderbauer vs. dieWahrheit.at
Spät, aber doch möchte ich mich an dieser Stelle mit Jörg Wipplinger von diewahrheit.at solidarisieren. Der Blogger hat im Moment richtig Stress mit Kleiderbauer, weil er auf seinem Blog ein Interview veröffentlich hat das Kleiderbauer nicht passt. Jetzt hat er € 5.000,– plus Anwaltskosten zu zahlen, hätte er sich keinem Vergleich gestellt wäre es um das zehnfache gegangen. Für einen einzelnen Blogger bleibt selbst der kleinere Betrag eine nennenswerte Summe.
Kleiderbauer haut drauf
Auch wenn ich das Vorgehen von Kleiderbauer verurteile, zumindest wird die Diskussion rund um klare rechtliche Regelungen für Blogger wieder angeheizt. Jörg Wipplinger fordert auf seinem Blog nämlich:
Wir brauchen möglichst bald eine rechtliche Regelung für all die Blogger da draußen, im Moment ist es zu einfach, uns mit Monstersummen aus dem Weg zu räumen. Wir brauchen Lösungen, die die Meinungsfreiheit schützen, die Rücksicht nehmen auf eine neue Kommunikationslandschaft, in der nicht jeder der was zu sagen hat, auch eine juristische Kriegskasse hat.
Ach ja – Spenden für den Ärmsten sind gerne willkommen. Aber lassen wir ihn selbst erklären:
Links
- http://diewahrheit.at/video/blogger-in-not
- http://derstandard.at/1277339526648/Tierrechts-Prozess-Verklagter-Blogger-muss-5000-Euro-zahlen
- http://derstandard.at/1271376941818/Tierschuetzer-Prozess-Das-waere-ins-Existenzielle-gegangen
Blogstorms – die Macht von Blogs
Wie immer der Hinweis: verfasst für WasIstSocialMedia.de
Die meinungsbildende Macht von sozialen Netzwerken und Blogs ist mittlerweile vielfach dokumentiert. Benehmen sich Unternehmen daneben kann es schnell passieren, dass ein Posting in einem Blog unzählige Folgepostings in weiteren Blogs nach sich zieht und damit ein sogenannter „Blogstorm“ entsteht.
Jeder kann die Meinung über eine Marke beeinflussen
Je einfacher es wird einen eigenen Blog zu betreiben, desto mehr Menschen betreiben einen Blog und werden somit zu Meinungsbildnern. War es früher Journalisten und Medien vorbehalten Inhalte einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen, so steht dies heute (theoretisch) jedem Otto-Normal-Verbraucher offen. Jeder unfreundliche Servicemitarbeiter, jedes falsche Marketingversprechen und jeder Fehler in der Unternehmenskommunikation kann dazu führen, dass ein verärgerter Kunde seinem Ärger im Rahmen eines Beitrags online Luft macht. Galt in den „guten alten“ offline-Zeiten noch, dass ein negatives Kundenerlebnis bis zu achtmal weitererzählt hat sich diese Zahl heute um ein vielfaches potenziert.
Viele Unternehmen versuchen derartige Negativ-Postings mittels Anwälten zu unterbinden, was in vielen Fällen nach hinten losgeht. Denn Blogger sind eine eingeschworene Gruppe und wissen um den Einfluss ihrer Blogs die, eine entsprechende Verbreitung und gutes Google-Ranking, vorausgesetzt auch die Berichterstattung in konventionellen Medien beeinflussen können.
JAKO und der Reinfall
Der mittelständische Sportartikelhersteller JAKO musste dies an der eigenen Marke erfahren. Nachdem gegen ein negatives Blogposting vorgegangen wurde und nach dessen Löschung der Text noch immer im Speicher eines RSS-Dienstes aufgetaucht war, ging das Unternehmen juristisch scharf vor. Dies führte dazu, dass sich unzählige Blogger mit der Causa auseinandersetzen und schlussendlich auch große Tageszeitungen darüber berichteten. Der Schaden an der eigenen Reputation war immens.
Blogger als Botschafterder Marke
Blogger-Relationship-Kampagnen können aber auch dazu führen Marken und Produkte mit Hilfe von Bloggern positiv zu vermarkten und so die Vernetzung positiv zu nutzen. So nutzten die Vermarkter des „Neat-Scanner“ Blogger als Botschafter des Produkts und ließen diese über das Produkt schreiben. In einem zweiten Durchgang wurden drei Blogs diese Scanner für Verlosungen zur Verfügung gestellt – Bedingung für die Verlosung: entweder einen Blogbeitrag über das Produkt schreiben, oder mögliche Einsatzgebiete des Scanners unter der Artikelbeschreibung posten. Das Ergebnis waren Einträge auf über 80 weiteren Blogs und mehr als 1000 Kommentare.
Einige Grundregeln der Markenkommunikation im Zusammenhang mit Blogs
- Authentische und ehrliche Kommunikation
- Negative Postings offen aufnehmen und freundlich kommentieren
- Verbesserungspotential als Chance begreifen
- bezahlten Content in Fremdblogs als Werbung kennzeichnen
- Die Chancen suchen und nicht vor der Entwicklung verstecken – gesprochen wird über die Marke auch, wenn Sie nicht
Social Media sind mächtig …
… na, nö. Das Facebook, Blogs, Twitter und so weiter mächtige Plattformen sind dürfte sich mittlerweile bis zum letzten Ewiggestrigen durchgesprochen haben. Zahlreiche Beispiele belegen mittlerweile sowohl positive Auswirkungen von Social Media und die destruktive Kraft die durch Webtools losgetreten werden können.
So hat es beispielsweise das Linzer Szenelokal „Gelbes Krokodil“ binnen weniger Tage auf knapp 1.800 Fans gebracht. Ein beachtlicher Wert, wenn man bedenkt, dass viele namhafte Firmen darum kämpfen nicht einmal ein Zehntel davon für sich zu gewinnen. In der Vielzahl an verfügbaren Beispielen habe ich jetzt je ein positives und ein negatives Beispiel herausgenommen, die meiner Meinung nach ziemlich gut zeigen worauf wir uns in den nächsten Jahren einstellen dürfen, wenn es um die Kommunikation mit Firmen geht und die zeigen wieviel Schlagkraft vom Web ausgeht.
Der IKEA Coup
Die Idee ist ebenso simpel wie genial. Ein neuer IKEA Store in Malmö wurde eröffnet, für den Shopmanager wurde ein Profil angelegt und über zwei Wochen verteilt zwölf Bilder von Showrooms gepostet. Wer sich selbst als erstes auf einem Möbel markierte durfte, das Möbel behalten. Der virale Effekt war schlichtweg überwältigend und die Kunden so zu Werbern für das Unternehmen.
Das Kryptonite Debakel
Ein User findet einen Weg ein Fahrradschloss der Firma Kryptonite mit einem Kugelschreiber zu öffen und postet das in einem Forum. Kryptonite beschwichtigt und beharrt auf die Sicherheit seiner Schlösser. Darauf hin stellt ein User ein Video ins Internet auf dem zu sehen ist wie er das Schloss einfach knacken kann. Innerhalb von 10 Tagen verbreitete sich diese Nachricht rasant über Weblogs unter Millionen von Lesern. Zunächst nur im Internet, später sogar in der Fachpresse (New York Times). Letztendlich musste der Hersteller die Fahrradschlösser kostenlos umtauschen. Innerhalb von 10 Tagen wurden also durch einen User Kosten von 10 Mio. US-Dollar verursacht.
mehr

Daniel Friesenecker bloggt als TheAngryTeddy und twittert als 










