3096 Tage – und ein Buch

Der Claim dieses Blogs hat ja auch den Teil “und andere Dinge die sich nie durchsetzen werden”, dies ist natürlich mit einem Augenzwinkern zu sehen und  soll rechtfertigen, dass ich mich ausnahmsweise abseits vom Thema Social Media bewege.

Natascha Kampusch hat ein Buch geschrieben

… (beziehungsweise hege ich den Verdacht) schreiben lassen. Ich war einer von vielen, der damals das erste Interview mit Ihr gebangt verfolgt hat und war wie viele andere natürlich beeindruckt von ihrem Auftritt und wie sie ihr Schicksal meistert. Es sei ihr vergönnt, dass sie daraus auch Profit schlägt, denn Geld kann das Erlebte nicht aufwiegen, aber zumindest erträglicher machen.

Aber jetzt kommt der Part, mit dem ich mich wahrscheinlich unbeliebt mache. Kampusch hat nie ein Geheimnis daraus gemacht, dass sie gerne in der Öffentlichkeit steht, Pläne von eigenen Talkshows, wochenlange Dauerpräsenz in den Medien, selbsternannte “Beraterin” im Fall Fritzl und, und, und. Ich hege bin mir mittlerweile aber sicher den Verdacht, dass es nur mehr darum geht ein Geschäft zu machen und weniger darum Anteilnahme am eigenen Leid zu bekommen und somit Geschehens besser verarbeiten zu können. Ich oute mich hiermit: ich finde sie nervt!

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Basiserkenntnisse eines Teddys

Für Unternehmen wird Social Media deshalb immer wichtiger, weil sich die User im Internet austauschen. Dabei geht es um Meinungen, Einstellungen aber natürlich auch um Produkte. Nicht mitzuspielen, oder gar den Zug zu verpassen, der bereits volle Fahrt aufgenommen hat, gleicht marketingtechnischem Suizid.

Menschen haben längst aufgehört sich von Werbebotschaften einwickeln zu lassen, was zählt sind Erfahrungsberichte von Menschen auf Augenhöhe. Nicht umsonst boomen Hotelbewertungsportale und Foren zu allen erdenklichen Produktkategorien. Eine der Vordenkerplattformen dabei war Amazon, schon sehr früh erkannte man dort, dass die Bewertung von Artikeln die User weit viel mehr interessiert als die Produktbeschreibung selbst. Daher setzte man die Kommentare der User bewusst ans untere Ende der Produktseite. Dies hat zur Folge, dass sich die Benutzer erst durch Produktbeschreibung, weitere Produktempfehlungen und sonstigen Bannern scrollen müssen wir sie zu ihrem eigentlichen Ziel, der Produktbewertung, kommen. So einfach, so genial.

Platz nach oben

Bewusst wurde ich mir darüber, durch meine derzeitige Lektüre „Social Web Design. Erfolgreiches Webdesign im Web 2.0“. Joshua Porter erklärt hier anhand von nachvollziehbaren Beispielen, wie soziale Netzwerke bzw. Websites im Web 2.0 aufgebaut sind, dabei spart er nicht mit Linkempfehlungen – was das Buch lebendig macht. Denn Menschen interessieren sich nicht für Maschinen, Menschen interessieren sich für Menschen. Wohl eine der grundliegenden Erkenntnisse in einer immer technologisierten Welt. Ein Ende ist sicherlich noch nicht abzusehen, kürzlich habe ich gelesen, dass erst 22% der Menschheit das Internet nutzt – da dürfte noch Potential nach oben sein.

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Anlässlich der derzeit laufenden Cebit bin ich via wasistsocialmedia.de auf ein nettes Video zum Wachstum des Internets aufmerksam geworden:

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Broschüre gegen Handbuch

Wer Lektüre für einen Abend braucht und relativ wenig über Social Media weiß, der ist gut beraten sich das Buch „Die Ich-Sender: Das Social Media-Prinzip – Twitter, Facebook & Communities erfolgreich einsetzen“ zuzulegen. Relativ schnell und mehr oder weniger originell werden hier die Basics rund um Facebook, Twitter, Blogs und Co. behandelt.

Etwas mühsam sind allerdings die ständigen Selbstlobtriaden des Autors, Selbstbewusstsein ist schön und gut, aber man kann es auch übertreiben die eigenen Fähigkeiten immer wieder in den Vordergrund zu spielen. Ich hege den Verdacht, dass der Verfasser – ein Inhaber einer Werbeagentur – weniger die Vermittlung von Wissen als Triebfeder hatte, sondern vielmehr die Selbstvermarktung durch eine umfangreichere Broschüre.

Wie gesagt, wer sich einlesen will findet hier ein nettes Büchlein, der Preis von 17,90 ist sicher zu hoch gegriffen, aber jedes Produkt hat seinen Markt.

Wer es billiger haben möchte, dem sei das Web 2.0 Handbuch von digitalks.at empfohlen, das ist gratis und bietet ebenfalls einen guten Überblick. Das “Who ist Who” der österreichischen Social Media Szene erklärt hier in klar verständlicher Sprache das Basiswissen für EinsteigerInnen, für mich mitunter das Beste was ich bisher im kurzen Umriss entdeckt habe.

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