OMX 2025: Warum Lärm keine Strategie ist (und was wirklich bleibt)

Daniel Friesenecker

- Kreative Kommunikationsstrategie für Social Media und Podcast Marketing bei TheAngryTeddy.

Ich war gestern auf der OMX in Salzburg. Als offizieller Podcast-Partner durfte ich schon im Vorfeld mit Speakern für meinen Podcast „Ehrlich gesagt“ sprechen, aber das Live-Erlebnis ist dann doch eine andere Nummer.

Ehrlich gesagt: Ich war kurz davor, „overwhelmed“ zu sein.

Trotz der familiären Atmosphäre (man trifft einfach jeden), ist die Menge an Input, Tools und Taktiken gewaltig. Es ist laut, es ist bunt, und an jeder Ecke schreit ein neuer Trend nach Aufmerksamkeit.

Aber wenn man den Lärm ausblendet und auf den Kern hört, kristallisiert sich eine klare Botschaft heraus. Eine Botschaft, die meine Philosophie zu 100 % bestätigt: Werkzeuge ändern sich, aber Substanz gewinnt.

Ich habe meine Notizen durchforstet und die wichtigsten Erkenntnisse für dich herausgefiltert – nicht die „Hacks“, sondern die strategischen Hebel.

Die Flucht aus dem Hamsterrad: Strategie vor Taktik

Susanne Trautmann hat mir aus der Seele gesprochen. Sie identifiziert Strategie als den „Future Marketing Skill“.

Das Problem? 80 % der B2B-Marketing-Teams sehen sich als interne Dienstleister. Sie arbeiten ab, statt zu gestalten. Sie rennen im Hamsterrad der „Shiny Objects“.

Susannes Appell: Werde zum Transformationsbegleiter auf Augenhöhe.

Wir müssen aufhören, auf den Auftrag zur Strategie zu warten – wir müssen ihn uns nehmen. Marketing ist Konfrontation. Wir müssen den Finger in die Wunde legen und zeigen, warum sich Veränderung lohnt. Ohne Strategie gibt es keinen Fokus und keine Souveränität – nur Stress.

LinkedIn & E-Mail: Menschen kaufen von Menschen (immer noch)

Die Technik wird komplexer, aber der Hebel bleibt menschlich.

Davorin Barudzija hat für LinkedIn klargestellt: Die Company Page ist tot (organisch gesehen). Die Zukunft gehört den Corporate Influencern.

Warum? Weil wir Menschen vertrauen, nicht Logos.

  • Format-Tipp: Video kommt gewaltig (Danke, Gen Z!). Aber auch Slideshows (6–9 Slides) sind Gold wert, wenn die erste Slide Klarheit schafft.

  • Der Hook: Der erste Satz muss sitzen. Er muss echten Mehrwert bieten („Value Marketing“), nicht nur Clickbait sein.

Dasselbe gilt für E-Mails, wie Valerie Khalifeh eindrucksvoll gezeigt hat.

In Zeiten von KI und Automatisierung sehnen wir uns nach Echtheit. „New Textmails“ (einfache Text-Mails, die aussehen wie von einem Freund) schlagen Hochglanz-HTML-Newsletter im B2B oft um Längen.

  • Wichtig: Der Absender muss eine echte Person sein.

  • Für die Technik-Freaks: Schützt eure Hauptdomain! Wer Cold-Outreach macht, sollte das über Subdomains tun, um die Reputation der Hauptmarke nicht zu gefährden.

KI ist der Pinsel, nicht der Maler

Die Vorträge von Rei Baumeister und Michael Schirnhofer haben eines klar gemacht: Die Technik wird billig und für jeden verfügbar.

Was bedeutet das? Kreativität wird zur einzigen Währung, die nicht inflationär wird.

KI-Tools (wie Sora, Suno, Midjourney) sind mächtige Enabler. Sie können Bilder animieren, Songs komponieren und Avatare singen lassen. Aber sie sind wertlos ohne die menschliche Idee dahinter.

Ein KI-Workflow beginnt nicht mit dem Tool, sondern mit der Positionierung und der Idee. Prompting ist der neue „Super Skill“, ja – aber nur, wenn man weiß, was man prompten will.

Ads sind keine Abkürzung für fehlende Relevanz

Theresa Sturm hat mit 30 Learnings aus 300 Kampagnen aufgeräumt. Ihr wichtigster Punkt: Ads sind ein Turbo, kein Rettungsboot.

Wenn deine organische Strategie nicht funktioniert, werden Ads das Problem nur teurer machen, nicht lösen.

  • Weg vom Whitepaper: Niemand will mehr langweilige Whitepapers lesen. Biete „Hands-on Content“: Checklisten, Frameworks, echte Guides. Dinge, für die man theoretisch auch bezahlen würde.

  • Sales & Marketing: Diese beiden müssen verheiratet sein. Ohne Abstimmung verbrennt man nur Geld.

  • Geduld: Im B2B zielen wir nicht sofort auf die Demo oder den Kauf. Wir brauchen einen Funnel, der Vertrauen aufbaut (Top of Funnel) und erst später verkauft.

Mein Fazit zur OMX 2025

Es gibt unendlich viele Wege, Marketing zu machen. Die OMX hat sie alle gezeigt.

Aber die Gefahr ist groß, in die „Doing-Falle“ zu tappen. Wir optimieren E-Mail-DNS-Einträge, prompten KI-Videos und schneiden LinkedIn-Slideshows – und vergessen dabei oft das Warum.

Susanne Trautmann hat recht: Souveränität entsteht durch Strategie.

Nutze die Tools, aber lass dich nicht von ihnen treiben.

Danke an Oliver und sein Team für dieses familiäre Klassentreffen der Branche. Ich nehme viel mit – vor allem die Bestätigung, dass echte Verbindungen durch nichts zu ersetzen sind.

Hat dir dieser Einblick gefallen? Die Interviews mit den Speakern findest du in meinem Podcast „Ehrlich gesagt“. Hör gerne mal rein!

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Ehrlich gesagt: Kopieren ersetzt keine eigene Strategie. 😉
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