
Du sitzt in einer teuren Schulung, der Trainer kommt nicht, und alle murren leise. Florian Wollner ist an so einem Tag aufgestanden. 20 von 25 Leuten sind mitgegangen.
Seit 1. Oktober 2026 ist Florian Wollner Geschäftsführer von Vendo, einem Kommunikations- und Druckdienstleister in Oberösterreich. Aufgenommen haben wir an seinem zweiten Tag in der neuen Rolle, im TeddyLab in Linz. Er sagt, die Verantwortung kommt Stück für Stück, je tiefer er sich einarbeitet. Und dass man von außen immer leicht mitredet. Ist man selbst dran, ist es etwas anderes.
„Über Veränderung reden ist immer easy, solange es einen nicht betrifft.“
Florian Wollner, Geschäftsführer Vendo
Worum es in dieser Folge geht
Wir reden über den Satz „Wir denken in Generationen und nicht in Monatsabschlüssen“, der ihn zu Vendo gezogen hat. Über das Verhandlungstraining, das er mit der Gruppe abgebrochen hat, und warum er sich trotzdem nicht als typischen Querdenker sieht. Über Bauchgefühl bei Personalentscheidungen, weil nur Zahlen und Lebenslauf zu wenig sind. Über einen Druckmarkt, in dem Rechnungen, Mailings und Flugblätter jedes Jahr weniger werden, und warum Vendo kein zweites Kodak werden will.
Vor seinem Start ist Florian eineinhalb Tage selbst an der Maschine gestanden, einmal in der Nachtschicht. Am Ende frage ich ihn, was er der Person sagen würde, die irgendwann seine Rolle übernimmt.
Wie wurde Florian Wollner Geschäftsführer von Vendo?
Bei einem zweitägigen Verhandlungstraining ist am zweiten Tag der Vortragende nicht gekommen. Florian hat die Berater gebeten, den Raum zu verlassen. Die Gruppe hat das Training abgebrochen und am selben Tag gegen das Institut verhandelt, mit dem Stoff vom ersten Tag. Dabei hat er den Chef der Gruppe kennengelernt, zu der Vendo heute gehört. Seitdem sind die beiden in Kontakt geblieben.
„Hin und wieder ist wichtig, dass man aus der Reihe tanzt.“
Florian Wollner
Wie entscheidet er über Menschen im Team?
Mit Zahlen und mit Bauchgefühl. Florian erzählt von einem Bewerber, der sich auf dem Lebenslauf mit Mopedhelm und Sonnenbrille zeigte. Er wurde eingestellt und hat im Vertrieb gepasst. Unterschiedliche Perspektiven decken blinde Flecken ab, sagt er.
„Nur verkopft zahllastig ist zu wenig.“
Florian Wollner
Wie geht Vendo mit dem schrumpfenden Druckmarkt um?
Papier, Mailings und Transaktionsdruck werden seit Corona immer stärker digital ersetzt. Vendo entwickelt die bestehenden Kernkompetenzen weiter und schaut sich neue Geschäftsmodelle an. Für Florian zählt dabei die Mannschaft: viele sind seit über 30 Jahren im Unternehmen und haben Veränderung schon mehrmals erlebt.
Kapitel
00:00 Intro
01:50 Einstieg: dreimal ehrlich gesagt
03:51 Tag zwei als Geschäftsführer
06:15 In Generationen denken
07:57 Die Revolte im Verhandlungstraining
15:10 Ab wann wird Widerspruch zum Querulantentum?
17:06 Bauchgefühl bei Personalentscheidungen
23:09 Was man über Vendo falsch glaubt
24:49 Wenn das Papier weniger wird
31:17 Was die richtigen Menschen backstage sehen würden
33:25 Woran er sein erstes Jahr misst
37:35 Warum heute noch Drucker werden?
42:31 Wo er klare Gedanken fasst
45:47 Was er seinem Nachfolger sagen würde
48:32 Post-Roll und Outro
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Links zur Folge
Ehrlich gesagt · Business Backstage. Gespräche mit Menschen, die Verantwortung tragen. Damit die Guten nicht die Leisen bleiben.

